Tolle Stimmung in der närrischen Hafenbar in Eußenheim: Fastnacht zwischen Seemannsgarn und Seitenhieben

(Main-Post) Unter dem Motto „Hafenbar“ legten die Eußenheimer Lorbser bei ihrer ersten Prunksitzung in diesem Jahr einen rundum gelungenen Auftritt hin. Mit viel Wortwitz, Tanz und satirischen Spitzen nahmen die Akteure das Dorfgeschehen, die große Politik und gesellschaftliche Themen gekonnt auf die Schippe. Die Turnhalle war dabei bis auf den letzten Platz gefüllt, das närrisch dekorierte Bühnenbild erinnerte an eine echte Hafenbar, und von Beginn an sprang der Funke auf das Publikum über.

Den Auftakt machte der „Jungmatrose“, der gleich mehrere lokale Themen aufgriff. Er berichtete von der pünktlich abgeschlossenen Dachsanierung der Turnhalle und stellte Prinzessin Sindy vor, die beruflich als Erzieherin arbeitet. Die Hoffnung, sie könne auch den Elferrat „erziehen“, wurde jedoch schnell begraben – hier sei, so der Matrose, Hopfen und Malz verloren. Auch der immer teurer werdende Führerschein blieb nicht unerwähnt: Bei den heutigen Preisen könne man fast erwarten, dass das erste Auto gleich inklusive sei, was mit lautem Gelächter bestätigt wurde.

Im Programmpunkt „Der Aufbruch“ ging es auf große Reise: Max trug die Verantwortung, Sebastian die Reiseunterlagen. Gemeinsam steuerten sie Italien an und nahmen das Publikum mit auf eine humorvolle Fahrt voller Wortspiele, Anspielungen und Seitenhiebe, bei der kein Fettnäpfchen ausgelassen wurde.

Tänzerisch überzeugten zahlreiche Gruppen. Der Showtanz der Gauaschacher stand unter dem Motto „Backen“ und verband kreative Choreografien mit passenden Kostümen. Die Bambinogarde sorgte mit Meeresmotiven, Quallen und Tauchern für maritime Stimmung und viel Applaus.

Bild von Joey Brümmer

Die „Prinzessinnen im Ruhestand“ widmeten sich gesellschaftspolitischen Fragen wie dem Gendern eines herrenlosen Damenfahrrads sowie der Diskussion um ein männliches Prinzenpaar. Schnell kamen sie zu dem Entschluss, Eußenheim sei dafür zwar noch nicht ganz bereit, die Darbietung sorgte jedoch für viele Lacher, nicht zuletzt wegen der Frage: Wer ist dann der Prinz und wer die Rolle?

Aktuell und treffend war der Sketch der „Schwermatrosen auf digitaler See“. Sie stellten einen Elferrats-Gruppenchat nach, in dem auf die eigentliche Frage niemand antwortet, stattdessen jeder aneinander vorbeischreibt und das Thema konsequent umgeht. Dies ging so lange gut, bis sich der Gruppenadmin dazu entschloss, ein Mitglied zu entfernen. Nach kurzer Überzeugungsarbeit der anderen Gruppenteilnehmer wurde dieser aber schnell wieder hinzugefügt.

Bei „Zwei Stühle – viele Fragen“ wurde es bewusst absurd: Andreas sei Einzelkind, genauso wie seine Geschwister. Der „Hausmeister“ nahm schließlich Politik und Kirche ins Visier. Er suchte im Publikum etwa nach einem Kostüm, das Ministerpräsident Markus Söder glich – weniger optisch als vielmehr im Hinblick auf Einfallsreichtum. Die katholische Kirche sei seit 2000 Jahren auf Tournee, mal mit mehr, mal mit weniger Zuschauern, doch an Weihnachten und Ostern seien alle Plätze stets ausverkauft. Selbst Pyrotechnik in Form von Weihrauch werde dort seit Jahrhunderten eingesetzt, erklärte er augenzwinkernd.

Für tänzerische Höhepunkte sorgte das Männerballett „Magicboys“ mit dem Motto „Die Magicboys in den Traumwelten“. Kurz vor dem Finale legte auch die Showtanz-Prinzengarde noch einmal nach: Mit ihrem Piraten-Thema brachte sie die Eußemer Halle zum Beben. Mit lang anhaltendem Applaus und Zugabe-Rufen endete ein Abend, der zeigte, wie kreativ und humorvoll die Eußenheimer Fastnacht ist.

(Bericht aus der Main-Post von 01.02.2026 von Theresa Harzer und Lukas Volkenstein)

Weitere Bilder aus der Main-Post